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Archiv, Datum: 13. August 2007

Solidarität nimmt ab

Montag, 13. August 2007, 21:40 | Gesellschaft | von: Theddy

Nach dem Hochwasser ist offenbar wieder der (politische) Alltag eingekehrt. Man sucht und findet Schuldige für Überschwemmungen und die Solidarität wird aufgekündigt – das passt so wunderschön in unsere Zeit. Da verstieg sich doch ein Kommentar im Tages-Anzeiger, die Solidarität mit den Bewohnern der Matte in Bern müsse aufgekündigt werden. Alle jene, die bewusst in Überschwemmungszonen wohnen würden, sollen von den Versicherungen die Schäden nicht mehr bezahlt bekommen. Nur vergisst der Kommentar, dass die Matte schon vor den immer zahlreicher werdenen Überschwemmungen gebaut war und dort immer Menschen wohnten. Ob da wirklich Leute nur gerade dort eine Wohnung bezogen, um dann bald einen Schaden erleiden zu können und von der Versicherung Geld zu bekommen, ist wohl pure Phantasie. Vielmehr wäre wohl zu überlegen, warum die Überschwemmungen ständig zunehmen.

Wenn man diese Tendenz der Entsolidarisierung weiterdenkt, dann müssten Menschen aus der Stadt die Krankenkassenbeiträge auch gekürzt werden, wenn sie an Erkrankungen der Atemwege leiden – wer bewusst sich der schlechten Luft aussetzt, soll nicht mehr auf die Solidarität zählen können. Oder den Bewohnern der Alpentäler, die vermehrt von Murgängen oder Lawinen bedroht werden, muss ebenfalls gekündigt werden, die wohnen ja auch bewusst in diesen Gefahrenzonen.

Aber eben, wie gesagt, Entsolidarisierung ist ein politischer und gesellschaftlicher Modetrend – wo das hinführen soll, kann man gut an den obigen Beispielen ablesen, wenn man noch etwas weiter denkt.

Zur Entsolidarisierung gehört ja auch, dass immer mehr Arbeitgeber nicht mehr bereit sind, wenn sich die Mitarbeiter bei der Feuerwehr engagieren. „Schöne“ neue Welt.

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