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Komische Vergleiche

Sonntag, 31. August 2008, 11:30 | Gesellschaft | von Theddy | Drucken Drucken

Jetzt haben diese Saufgelage, die von den Medien ziemlich in den Vordergrund gerückt wurden, in verschiedenen Schweizer Städten stattgefunden. Auf verschiedenen Online-Medien konnte man als Leser auch seine Kommentare abgeben. Die allermeisten waren einem Schwarz-Weiss-Muster zuzuordnen. Die eine verurteilen diese Gelage, andere sehen darin nichts Besonderes – Zwischentöne habe ich fast keine gelesen.

Ich hatte mich vor ein paar Tagen auch gegen diese Orgien ausgesprochen und ein paar Kommentare erhalten. Ein Einwand war immer wieder, dass es ja verschiedene andere Saufgelage gäbe – Sommerfeste, Sechseläuten, Schützen- und Turnfeste usw., aber da würde niemand was sagen. Ja sicher, das ist so. Nur habe ich immer meine Mühe, wenn man etwas Negatives mit etwas gleich Negativem legitimieren will – das geht mir zu sehr nach dem Muster „Hansli tut auch“. Das überzeugt mich nicht, ich sehe auch heute keinen Sinn in so einem Anlass.

Ein weiteres Argument war, dass es sich bei diesen Gelagen um einen Protest der Jungen gegen die Alten handleln würde oder es solle als Provokation verstanden werden. Aber auch das Argument will mir nicht einleuchten: Klar hat es die Provokation der Jungen gegenüber den Alten immer gegeben – aber bisher hatten solche Provokationen auch einen Inhalt, eine Botschaft. Es wurde für oder gegen etwas protestiert – aber diese Saufgelage haben gar keinen Inhalt – es wird einfach nur gesoffen, ohne eine Botschaft zu transportieren (oder gibt es doch eine, nur habe ich sie nicht verstanden?).

Zusammenfassend: Auch die zwei geschilterten Argumente, nicht gegen dieses organisierte Trinken zu sein, haben mir auch bis heute nicht überzeugt. Aber ich bin immer noch offen für Argumente, die mir dann vielleicht enleuchten werden.

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Kommentare

Kommentar #1 von: David
Geschrieben am: Sonntag, 31. August 2008, 12:55

Der Vergleich mit anderen Saufgelagen musste deshalb gemacht werden, weil diverse Politiker ein Verbot in Betracht gezogen haben. Da kann man zurecht auf eine Gleichbehandlung pochen.

Bei anderen Festen gibt es auch keine wirkliche, ernst gemeinte Botschaft. Diese dienen nur als Vorwand. Die Provokation ist deshalb gerade, dass keine Begründung, kein Sinn vorgeschoben wird, wo es auch keinen gibt. Das finde ich ehrlich!

Kommentar #2 von: theddy
Geschrieben am: Sonntag, 31. August 2008, 13:03

Von wegen Gleichbehandlung: Für jedes Fest und jeden Anlass, wo ein Restaurant-Betrieb vorhanden ist (also auch gesoffen werden kann), braucht es eine Bewilligung. Und diese kann auch verweigert werden. Mir ist nicht bekannt, dass für diese kritisierte Saufgelage eine Bewilligung verlangt wurde.

Ach so – Sechseläuten ist nur Vorwand, Turn- und Sängerfest ist nur Vorwand. Ach komm, diese Begründung ist nun aber ziemlich abwegig. Ok, die „Provokation“ lag also darin, nichts zu wollen, kein Anliegen zu vertreten, einfach nur Saufen. Das ist aber gar keine Provokation, „Life Style“ und Spassgesellschaft haben wir schon.

Kommentar #3 von: lupe, der satire-blog
Geschrieben am: Montag, 1. September 2008, 20:31

ganz sinnlos sind diese anlässe nicht. sie generieren arbeit und einkommen. ein online-händler verkauft tshirts mit der aufschrift „ich habe den betellon überlebt“, die umliegenden shops steigern an diesem tag den getränkeverkauf und die erste-hilfe-organisationen erhalten einen echten übungseinsatz.

Kommentar #4 von: theddy
Geschrieben am: Montag, 1. September 2008, 20:40

Oh, etwas gesucht… So gesehen, generiert jeder „Schei**“ (auch im wahrsten Sinn des Wortes) Arbeitsplätze – sogar Mord und Totschlag – für Polizei, Sanität, Bestatter, Kirchen, Blumengeschäfte…

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