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Vom Super-Mario zum Buhmann

Ich lese da gerade ein paar Zeilen über den laufenden Swissair-Prozess, wo die Geschichte von Corti dargestellt wird, der innerhalb von 6 Monaten „vom Super-Mario zum Buhmann“ wurde.

Der Prozess interessiert mich eigentlich wenig – gesagt wird da ja sowieso fast nichts von Managern, die ach so viel Verantwortung tragen, dann aber schweigen, wenn diese zur Diskussion stehen würde.

Mich interessiert eher das Phänomen, das im Satz „vom Super-Mario zum Buhmann“ verborgen ist: Die so naive Vorstellung, ein Einzelner könne einen Konzern wie ein Schiffchen führen, dass sich entweder alles zum Guten wendet oder dass eben ein Schiffbruch entsteht. Ich denke kaum, dass ein Einzelner solchen riesigen Einfluss und so viel Macht (und Können) besitzen kann – ein Konzert „funktioniert“ wohl schon „ein wenig“ komplexer, als dass da ein Mario eingeflogen werden kann, der alles zum Guten wendet. Was ist das eigentlich für eine naive Vorstellung? Wohl so nach dem uralten Motto: „Papa wirds schon richten“? Und wenn er dann scheitert, ist er eber kein „Super-Mario“ mehr, sondern sofort ein Buhmann, der für alles die Schuld trägt.

Aber es ist ein Phänomen unserer Zeit in Politik und Wirtschaft – da wird zu oft alles auf Personen oder sogar eine einzelne Person reduziert. Das ist wohl sehr praktisch für die Medien und den Stammtisch, um in diesen komplexen Bereichen überhaupt noch etwas „verstehen“ zu können – aber das entspricht doch einfach nicht der Realität. Und damit ist auch gerade gesagt, dass die Managerlöhne, wo man ständig von so viel Verantwortung spricht, genauso völlig daneben sind.