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Meine Kommentare im Hier, Jetzt und Heute, auch über gestern und morgen.



Visionen

Freitag, 1. August 2008, 15:41 | Gesellschaft | von Theddy | Drucken Drucken

Nicht mehr in allen Gemeinden wird am 1. August an der Bundesfeier eine Rede gehalten. An manchen Orten wird darauf verzichtet. Vielleicht hat man in den letzten Jahren niemanden mehr gefunden, der bereit war, „zum Volk“ zu sprechen oder nach vielen Enttäuschungen über die Ansprachen liess man diesen Programmpunkt einfach mal weg. Enttäuschungen darum, weil die Themen nicht sehr ansprechend waren oder es halt war, wie immer.

Mir scheint aber doch, dass gerade am 1. August das Thema „Visionen“ wichtig ist und wäre. Schon allein der Rütlischwur – ob real oder Legende – zeigt doch genau, dass hier eine Vision dokumentiert wurde. Unsere Demokratie braucht immer wieder Visionen, um die Schritte in die Zukunft zu gestalten. Rückwärtsgewandt ist dies nicht mögich, Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“ (die kaum immer wirklich so „gut“ war) kann keine Zukunft sein. Gestaltung der Gegenwart ist immer die Auseinandersetzung mit Gestern und Morgen – aber diese Auseinandersetzung muss immer fair und in Achtung der vierschiedensten Ansichten und Einsichten sein. Achtung heisst nicht, die anderen Ansichten einfach übernehmen zu müssen, aber es heisst, ander Ansichten verstehen und letztlich auch tolerieren zu lernen. Natürlich taucht hier wieder das unlösbare Problem auf, das die Toleranz gegenüber untoleranten Ansichten macht. Aber wer meint, die Wahrheit gepachtet zu haben, kann an einem Dialog nicht teilnehmen und ist für demokratische Prozesse nicht geeignet. Leider ist die politische Landschaft der Schweiz in letzter Zeit sehr polarisiert worden. Aber das digitale Zeitalter, wo es nur noch zwei Möglichkeiten gibt, darf sich nicht definitiv in die politische Landschaft einnisten, sonst ist auch hier der Dialog – und nicht zuletzt auch die Zukunft gefährdet. Hoffen wir also auf Einsichten, die politische Kultur nicht weiter zu reduzieren und Visionen Platz zu lassen.

So, das wäre meine 1. August-Ansprache gewesen – nirgends gehalten, nur hier aufgeschrieben 😉

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