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Abschnittsmessung statt Blitzkästen

Mittwoch, 31. Oktober 2007, 12:00 | Gesellschaft | von Theddy | Drucken Drucken

Die BfU fordert laut einem Artikel in 20Minuten noch mehr Radarkästen, um endlich die Raser zur Vernunft zu bringen. Ich finde es an und für sich richtig, die Auswüchse noch mehr zu bekämpfen. Doch sind die Radarkästen ja nur punktuelle Messstellen – wenn die Fahrer die Orte kennen, können sie dort kurz abbremsen und dann wieder aufs Gaspedal drücken.

Warum macht man eigentlich nicht mehr Abschnittsmessungen? Von A nach B und mit 120 km/h pro Stunde kann man ja ausrechnen, wieviel Zeit die Fahrt braucht. Ist einer schneller beim Zielort B angelangt, muss er logischerwiese im Schnitt über diesen 120 km/h gefahren sein – also zu schnell und damit gibt es eine Busse. Abschnittmessungen würden den Rasern das Tummelfeld für ihre Dummheit endgültig räumen. Für den normalen Autofahrer wäre eine kurzfristige Überschreitung (z.B. zum Überholen) möglich, wenn er dann später seine Fahrt etwas verzögert.

Nun gut, es gibt wohl ein Datenschutzproblem. Die Autonummern müssen beim Messpunkt A und B erfasst werden, um die benötigte Zeit berechnen zu können. Wenn die Zeit ok ist, müssten die Daten natürlich dann wieder gelöscht werden.

Im Extrem könnte man ja ein System so installieren, dass bei allen Ein- und Ausfahrten der Autobahnen gemessen wird… Das wäre aber dann wohl die totale Überwachung – und das würde wohl keine Chance haben. Der Vorteil davon wäre, dass eine distanzabhängige Autobahngebühr eingeführt werden könnte – wer mehr auf der Autobahn unterwegs ist, bezahlt auch mehr.

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Kommentare

Kommentar #1 von: T.M.
Geschrieben am: Mittwoch, 31. Oktober 2007, 13:07

Abschnittsmessungen sind technisch nur auf kurzen Abschnitten praktikabel, etwa in Tunneln. Autos bräuchten andernfalls ein Instrument, um die Durchschnittsgeschwindigkeit anzuzeigen. Wie will man sonst ermitteln, wie stark man verzögern muss, nachdem man wissentlich übertreten hat? Und man müsste auf Autobahnen ja gigantische Investitionen tätigen, um die erforderliche Infrastruktur aufzubauen (siehe LKW-Maut in Deutschland).

Kommentar #2 von: theddy
Geschrieben am: Mittwoch, 31. Oktober 2007, 13:14

Klar gäbe es so ein neues System nicht einfach von alleine und gratis – und auch nicht sofort. Im Zeitalter der (Auto-)Elektronik schiene mir aber die Ermittlung und Anzeige der Durchschnittsgeschwindigkeit kein Problem. Und so „gigantisch“ wären die Investitionen kaum im Vergleich mit dem, was ja sowieso in den Autobahn-Unterhalt investiert wird. Also technisch und finanziell schiene mir das als Projekt schon machbar – das andere wäre dann wohl die politische Problematik – die Gaspedal-Lobby wäre bestimmt dagegen…

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