Der Schweiz gefriert das Blut
20Minuten bringt wieder mal eine tolle sprachliche Meisterleistung fertig. Im Artikel „Der Schweiz gefriert das Blut“ will man ganz offensichtlich über die momentane Kältewelle bei uns berichten. Doch die Redewendung, „Jemandem gefriert das Blut“ meint überhaupt nicht, dass er oder sie kalt hätte oder frieren würde, weil die Temperatur sehr tief gefallen ist, sondern bedeutet „Starr sein vor Schrecken“ oder „Gelähmt sei vor Entsetzen“. Es geht also darum, etwas erlebt oder gesehen zu haben, dass einem einen grossen Schrecken einjagt und man deswegen erstarrt. Zum Beispiel: Als er den dunklen Keller betrat, war ihm, als gefröre ihm das Blut in den Adern.
Klar lässt uns die Kälte manchmal auch erstarren oder die Natur erstarrt unter der grossen Kälte (das Wasser fliesst nicht mehr, sondern gefriert), aber das ist dann wohl etwas ganz anderes. Ja nun, mir ist schön öfters aufgefallen, wie wenig sorgfältig 20Minuten mit der deutschen Sprache umgeht. Ich könnte in der Anwendung der obigen Redewendung genau so gut sagen: Mir gefriert das Blut (in den Adern), wenn die solche sprachlichen Missgriffe sehe.
Kommentare
Kommentar #2 von: theddy
Geschrieben am: Samstag, 17. November 2007, 20:43
Es gibt kein schlechtes – also kaltes Wetter – es gibt nur schlechte Verpackung 😉
Kommentar #3 von: schwarzer kafka
Geschrieben am: Samstag, 17. November 2007, 22:18
genau diesen kommentar musste ich mir heute xx-mal von einem freund, welcher uns heute beim gartenumbau geholfen hat, hören 🙄
Kommentar #4 von: schwarzer kafka
Geschrieben am: Samstag, 17. November 2007, 22:32
heute, heute… 😳
Kommentar #5 von: theddy
Geschrieben am: Samstag, 17. November 2007, 22:56
Ja heute war es kalt – aber zum Blut gefrieren doch noch zu wenig 😉
Geschrieben am: Samstag, 17. November 2007, 20:37
Mir gefriert das Ding ab, so kalt ist es. 😉